Unser 1. großer Fahrzeug- & Ausrüstungstest in den Rumänischen Karpaten, der so anders verlaufen ist, als wir dachten ...

Die Fahrzeuge (fast) fertig und auch (fast) voll bestückt zu testen ist unser Plan!

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Zum Einen wollen wir wissen, wie sich die Fahrzeuge in voller Ausrüstung und mit "Kampfgewicht" im schweren Gelände verhalten und fahren lassen, zum Anderen ob sich die Ausrüstung, wie Ketten, Bergeboards, Wagenheber, Seilwinde bei Vollast, bewährt.

Außerdem kommt die Drohne mit der Kamera zum ersten Mal zum Einsatz. Dann müssen wir noch Erfahrungen sammeln, ob alle Dinge des "täglichen Lebens" an der richtigen Stelle sind, ob die Navigation und der Funk funktionieren usw...

Doch meist kommt es anders als man denkt !

Das Wetter ist schön, aber der Boden ist wegen der vergangenen starken Regenfälle sehr weich und rutschig. Ein guter Test, die beladenen Fahrzeuge im schweren Gelände kennen zu lernen - ein ganz anderes Fahren, als sonst bei unseren Rumänientouren - und zu sehen wie sie mit der hohen Belastung zurecht kommen.

Zunächst kommen wir besser voran, als gedacht. Bei einer längeren, sehr steilen und durch Laub und Schlamm rutschigen Auffahrt, kann Martin bei seinem KZJ95 die Achssperren und seine Seilwinde ausprobieren. - Funktioniert alles perfekt !

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Kurz danach, bei einem leichten "Schupfer" ein schmerzender, metallischer "Knackser"! Martin stoppt sofort und nach einem erneuten vorsichtigen Versuch anzufahren - "Knacks" - das klingt nicht gut!

 

Wir lassen das Auto langsam aus dem Steilhang in die Ebene zurückrollen und stellen fest, dass bei jeder Radumdrehung der gesamte Antriebsstrang verspannt und dabei laut ächzend "knackst".

Da es sich beim KZJ95 um einen permanenten Allrad handelt, wissen wir nicht ob sich das Verteilergetriebe, das Mitteldifferntial, oder das hintere Diff verabschiedet hat. Also müssen wir das Auto aufbocken, sodass sich alle 4 Räder frei durchdrehen können. Dann bauen wir die hintere Kardanwelle aus und jetzt wissen wir, dass das hintere Diff einen Defekt hat.

Der Plan

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  • Wir müssen zunächst aus dem Gelände - zum Glück geht es im schwierigen Gelände fast nur mehr bergab - und können dann über den Notausstieg auf Asphalt und Schotter zum Tagesziel - unserem geplanten Lagerplatz - im Vorderrad Antrieb fahren.
  • Feldreparatur - schliesslich wollen wir aus eigener Kraft - die ca. 600km nach Wien kommen
  • Mittel-Diff sperren und mit Vorderrad Antrieb fahren 
  • 1 Reparatur- & Test Tag - wir müssen ja noch Einiges ausprobieren

Das Provisorium

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Am nächstem Morgen beginnen wir mit der Reparatur. Als Erstes lassen wir das Öl ab - sehr vorsichtig, wir wollen ja nichts verschmutzen - und bauen die Bremsen ab. Dann können wir die beiden Halbachsen etwas herausziehen. Jetzt können wir das Differentialgehäuse aus dem Achskörper herausschrauben.

Die Achsen und der Diff-Korb sind in Ordnung, aber das Tellerrad hat einige Zähne ausgespuckt!

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Wir müssen das Tellerrad vom Korb bekommen, damit der Triebling frei durchlaufen kann, denn der Korb muss wieder eingebaut werden, da er die Halbachsen innen führt.

Anschliessend bauen wir wieder alles zusammen und filtern das ausgelassene Öl, um die restlichen Eisenspäne zu entfernen. Gerade rechtzeitig vor dem Mittagessen füllen wir das Öl wieder ein und das Auto ist fahrbereit.

Die Probeausfahrt ist aber vorbei - Der KZJ95 kann nur mehr mit dem Vorderrad Antrieb fahren - Martin muss sehr vorsichtig fahren, um den vorderen Antriebsstrang nicht zu überlasten und so Folgeschäden zu riskieren. So nutzen wir die restliche Zeit, um noch einige Punkte unserer Testliste zu erledigen.

Weitere Tests

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  • HZJ78 mit Ketten im Geländebetrieb - diese müssen wir noch etwas kürzen, damit sie exakt passen
  • Testflüge mit der Drohne - da müssen wir noch etwas üben - um auch die richtigen Kamerablickpunkte zu finden. Zumindest wissen wir jetzt mit den automatischen Flug-Funktionen "Follow" und "Watch me" umzugehen.

Ergebnisse & Erkenntnisse

Martin hat seinen "Putzibären" heil heimgebracht und wir haben bereits mit der Reparatur und dem Austausch des Differentials begonnen. Sonst sind nur ein paar Details an fehlender Ausrüstung und Anpassungen im Innenraum am KZJ95 zu erledigen.

Der HZJ78 hat sich am Antrieb, beim Fahrwerk und Motor perfekt geschlagen. Lediglich ein undichter Einfüllstutzen am neuen Zusatztank, die Stromversorgung der Navigation und ein schlechter Funkempfang sind als leicht behebare Mängel noch zu beheben

Alle Bilder zur Probeausfahrt hier in der Gallerie ...

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