Wenn man ca. 8-9 Wochen abseits von Infrastrukturen als Selbstversorger in seinem Auto lebt, sollten tägliche Abläufe wie Kochen, Schlafen, Waschen und Umziehen einfach und schnell möglich sein.

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Da ist es wichtig, dass jeder Handgriff an die Bedürfnisse angepasst ist.

Vor allem dann, wenn man sich die meiste Zeit in der sich das "normale" Leben abspielt, außerhalb des Fahrzeuges aufhällt. Ein Großteil des verfügbaren Platzes wird ja für Ressourcen wie Sprit, Wasser und notwendige Offroad-Ausrüstung benötigt.

Also will gut überlegt sein, wie man Stau- & Lebensraum auf einem so beengten Platz optimal vereint. Dabei ist das oberste Gebot immer noch "Gewichtseinsparung" - unsere Fahrzeuge müssen ja vor allem taugliche "Offroader" bleiben.

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Der bestehende Ausbau unseres HZJ hat sich 2014 bei der "MysticMongoliaExpedition" zwar grundlegend bewährt, aber diese 8 Wochen schwerer Einsatz haben einige technische Mängel zu Tage gebracht. Und manches hat sich einfach als "unpraktisch" herausgestellt.

So habe ich kurzer Hand den gesamten Ausbau entfernt und die Neugestaltung nach den gemachten Erfahrungen angepasst.

Der neue Ausbau teilt sich in 2 Abschnitte:

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Die technischen Einbauten

  • Kompressor und 10l Druckkessel

    Im Störungsfall leicht zugängig, platzsparend verbaut, kurze Leitungswege!
    Leider benötigen der Kessel mit dem Druckschalter und der Kompressor viel Platz. Ausserdem muss der Kompressor schwingen können, damit es im Betrieb nicht zu störenden Vibrationen der Einrichtung kommt.
  • Wassertank (75l Frischwasser)

    _api0598Möglichst mittig und eher weiter vorne montiert, gut zugängige Reinigungsöffnung, Wasserpumpe und Wasserstopper frostsicher und im Störungsfall erreichbar montiert.
    Das war die größte Herausforderung, bei wenig Platz den Tank so tief möglich, weit vorne im Fahrzeug zu montieren. Trotzdem muss eine große Öffnung so zugängig  gestaltet werden, dass ohne viel Ausräumen und Ausbauen von Teilen auch Reparaturen möglich sind. Da uns die Wasserpumpe 2014 in der Mongolei im Auto durchgefrohren ist, habe ich diese jetzt isoliert und so verbaut, dass sie an einer vorbeilaufenden Heizleitung extra beheizt werden kann.

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  • Luft-Standheizung für den Innenraum

    Die vorhandene Webasto Air 2000 konnte an ihrem Platz verbleiben, aber die Luftverteilung der Warmluft war unzurreichend. Mit der notwendigen Wasserpumpen-Heizung haben wir die Warmluft-Verteilung ausgeweitet und hoffentlich verbessert.

  • Board-Strom

    Die Stromversorgung für sämtliche Zusatzverbraucher im Font des Fahrzeuges, die für die _api_8624technische Ausrüstung nicht aber für den Fahrbetrieb notwendig ist, wurde zusammengefaßt und in einen zentralen Sicherungs-Verteiler gelegt. So findet man im Störungsfall alle Sicherungen an einem Ort. Besonders wichtig ist mir dabei, dass die Versorgung dieser Verbraucher völlig unabhängig von der für den Fahrbetrieb notwendigen elektrischen Anlage ist. So kann selbst bei einem Totalausfall das Fahrzeug weiterfahren.
  • Außenanschlüsse

    Anschlüsse für Druckluft an beiden Fahrzeugseiten, Steckdosen für die Stromversorgung einer Pumpe zum Füllen des Wassertanks aus Brunnen oder von Flüssen, sowie für eine externe Dieselpumpe zum Umpumpen der beiden Dieseltanks, Arbeitslichter vorne und hinten haben sich bewährt und bleiben erhalten.

Stauraum & Einrichtung

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Da 2 Personen im Auto schlafen, ist eine große Liegefläche erforderlich.

Diese sollte nicht mit all zu viel Gepäck verlegt sein, sonst muß man jeden Abend das halbe Auto umräumen, um schlafen zu können.
Auf der anderen Seite ist aber das Freilassen einer so großen Fläche eine ziemliche Platzverschwendung.

 

 

  • Stauraum für selten Benötigtes

    _api_8661Werkzeug, Ersatz- & Verschleißteile, aber auch Bergematerial, erweiterte Erste Hilfe, Medikamente und technische Ausrüstung braucht man (hoffentlich) nicht täglich. Dennoch ist es sehr wichtig, dass im Ernstfall gerade auf diese Ausrüstung schnell zugegriffen werden kann.

    Zunächst teilen wir diese Gegenstände nach Gewicht und Prioritäten ein. Für Medikamente und Erste Hilfe werden gut zugängige Restplätze und Hohlräume genutzt, zu denen man sehr schnell Zugriff hat.

    Werkzeug und Ersatzteile sind schwer und man hat etwas mehr Zeit, wenn man diese Teile braucht. Dennoch sollte auch hier das "Ausräumen" des halben Autos vermieden werden. Dafür habe ich eine eigene Klappe hinter dem Beifahrersitz gemacht, um zu diesem Material von außen zugreifen zu können und die schweren Teile gewichtsoptimiert im Fahrzeug verstaut sind.

    _api_8665Bergematerial, Hi-Lift und Bergeboards braucht man meist sehr schnell und diese sind nach dem Gebrauch meist stark verschmutzt. Somit bekommen auch diese einen eigenen Platz in abgeschlossenen Bereichen zugewiesen. Gurte und Schäkel sind sowohl von außen, als auch von innen zugängig. (Falls das Auto mal auf der Öffnung des Bergematerials draufliegt, sollte man diese trotzdem erreichen können)
  • Stauraum für das Tägliche

    Essen, Geschirr, Bekleidung und Sessel, Tisch, Tarp oder Vorzelt usw...
    Diese Dinge sind für den sofortigen Zugriff über 2 Schubladensysteme mit Schwerlastauszügen und 4 Staukisten erreichbar. _api_8662Die waren 2014 das Problem. Die alten Auszüge haben das hohe Gewicht der verstauten Dinge in den Kisten nicht ausgehalten und sind nicht zuletzt auch wegen der schlechten Pisten systematisch "zerfallen". Diese habe ich durch noch massivere Schwerlastauszüge mit Selbstverrigelung (200kg im ausgezogenen Zustand) ersetzt.

Mehr Bilder des Ausbaues findet Ihr in der galerie hier ...

Fertig ?

Sieht so aus ...

Gerade rechtzeitig zur Präsentation der Expedition 120 Grad-Ost bei der 3. Outdoor World im Loisium in Langenlois sind beide Autos fertig geworden - zumindest theoretisch!

Anschließend ab 9.Juni startet unser großer Fahrzeugtest, wo wir alles ausprobieren wollen, in Rumänien. Hier werden wir vom Antrieb mit Ketten, der Seilwinde bei Vollgewicht alles im härtesten Einsatz testen und schauen ob auch alles wirklich funktioniert. - Denn jetzt können wir noch was reparieren, falls da noch versteckte Defekte, oder Mängel vorhanden sind.

Ausserdem wollen wir auch neue Ausrüstung, den "Drohnenbetrieb" und unsere persönliche "Performance" kennenlernen und etwaige Feinabstimmungen vornehmen.

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